Auf keiner unseren bisherigen Routen mussten wir uns Gedanken über Lebensmittel machen, wichtig war nur genügend dabei zu haben 😊. Wir sind ja bekanntlich nicht die schnellsten Segler und so haben wir uns immer für drei Monate eingedeckt, man weiß ja nie 😜😂. Doch um in Australien einreisen zu können gibt es Bestimmungen, was eingeführt werden darf und was nicht. Am Anfang ist alles kein Problem denn für 3500 Seemeilen brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, was wir öffnen oder aufbrauchen sollten. 🤔 Doch jetzt sind “nur noch” knapp 400 Seemeilen übrig und jetzt wird nach Liste gekocht 🙈
Kleine BananenrationEine kleine Vitaminauswahl
Reis muss weg, also Milchreis und Reis als Beilage
Alle, nicht original verpackte Nudeln müssen weg, also Spaghetti Bolognese, Käsenudeln (den der Käse muss auch weg) usw.
Kakao Pulver also Schokoladen Kuchen, heiße Schokolade Schokoladenstreusel 😇
Basilikum Pesto verbrauchen, Nudeln oder Pizza
Gewürze…..
Echt ein Scheißleben oder 🤣🤣😘
Die größte Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass wir nicht wissen wann wir ankommen werden 🙈🙈, genau der Unsicherheitsfaktor WIND 😳🤔😜. Aber wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, wenn wir da sind, ist hoffentlich alles aufgebraucht und aufgegessen 🙏😂. Denn uns erwartet ja anschließend eine zwei wöchige Quarantäne im Hotel, was sich für uns fast nach Urlaub anhört 😆:
Meine Euphorie war genauso schnell verschwunden wie der Wind 😩, denn nach dem wir eine Schlecht Wetter Front mit Windstärken bis 28 Knoten durchsegelt hatten, drifteten wir wieder 🙈🙄🤣. Ja im Durchschnitt ist der Wind echt segelbar 🙃😂 von 2 bis 28 Knoten nur eben nicht konstant. Doch wir sind absolut entspannt 😁 wir kochen gemütlich ein Risotto, spielen eine “Phase 10” unser Lieblingsspiel, schalten das Anker Licht ein und gehen ins Bett. Als ich um 2.30 Uhr aufgewacht bin, stellte ich mit erstaunen fest, dass wir doch fast acht Seemeilen zurück gedriftet waren. Ich versuchte unsere Artemis umzudrehen, damit wir wenigstens in die richtige Richtung gehen 😳. Neill war ebenfalls aufgewacht und gemeinsam schafften wir es, danach legten wir uns wieder hin. Ich konnte nicht einschlafen und so las ich zwei Stunden und plötzlich war mir kalt, ehrlich bei 20 °C 😳 doch mit einer zweiten Decke schlief ich wieder ein. Beim Frühstück überlegten wir, was wir heute machen sollten, denn nach Davos Wind- und Wetterprognosen, die absolut zuverlässig sind, soll der Wind noch bis Ende der Woche so wechselhaft und aus verschiedenen Richtungen kommen 😜. Also haben wir uns entschlossen, den Motor zu starten um ein bisschen näher an Tonga heran zu kommen. Doch da spürten wir eine kleine Brise und so segeln wir jetzt mit 2 Knoten in die falsche Richtung 🙈🙄. Doch wir machen das Beste daraus und nutzen jede noch so kleine Brise damit wir die restlichen 2000 Seemeilen noch bewältigen 🤣🤣. Und ob ihr es glaubt oder nicht wir haben wirklich unglaublich Spaß dabei 🤣🤣. Mittlerweile haben wir auch die internationale Datumsgrenze überquert und tatsächlich einen ganzen Tag (14.10.2021) verloren 😲🤔. Auch bewegen wir uns auf dem nächsten Kontinent Ozeanien 🤔 bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, dass es diesen Kontinent überhaupt gibt 🙈. Aber ich hab ja schon oft gesagt, dass ich fast jeden Tag etwas neues dazu lerne 😀.
An der internationalen Datumsgrenze
Am nächsten Tag haben wir doch den Motor getestet und sind eine Stunde in die richtige Richtung gefahren, denn Davo meinte, dass der Wind erst am Samstag morgen kommen soll 🙃🤔. Also warten und driften wir halt noch ein bisschen herum 🤣🤣. Verrückt zu wissen, dass hier im Tonga Graben 8000 Meter Wasser unter uns sind und wenn man die Karte anschaut, ist das ganze Gebiet mit Vulkanen durchzogen 😲. Im Guide Buch ist beschrieben, dass hier Inseln plötzlich auftauchen und auch wieder verschwinden, krass oder? 🤔🤔 Da wir keine Insel unterwegs anfahren dürfen, hoffen wir wenigstens darauf bei Tageslicht an Tonga vorbei zu kommen 🙏🙏 da unsere Route mitten durch die Inselgruppe führt.
In der Nacht musste Neill dann doch tatsächlich ein bisschen etwas von der Segelfläche reduzieren, damit wir die Vava’u Insel Gruppe mit ihren Kliffen bei Tageslicht sehen konnten. Dann 30 Seemeilen weiter am Vulkan Late vorbei, so haben wir wenigstens einen Blick auf Tonga werfen können 😀. Der so lange ersehnte Wind ist auch endlich gekommen und nach Davos Prognose soll er auch ein paar Tage stabil bleiben 🙏🙏, damit wir ein wenig vorankommen. Lassen wir uns überraschen ob wir von Fiji auch etwas sehen werden 🤔🤣.
TongaVulkan Late
Wir sind richtig schnell unterwegs 🤣(117 Seemeilen am 19.10.2021) und so haben wir auch eine kleine Insel, die zu Fiji gehört, bei Tageslicht passiert. Vatoa ist nur 44 Meter hoch aber auch wieder wie eine Klippe geformt, diesmal konnten wir nicht so nah dran vorbei segeln, da vor dieser Insel noch ein Riff ist 🤔🤣. Jetzt sollten wir laut Seekarten, die nächsten 400 Seemeilen auf keine Hindernisse in Form von Inseln oder Riffs stoßen 🙏🙏. Wir haben jetzt 178° West erreicht 😲und morgen vielleicht schreiben wir dann schon 180° Ost 🙈 verrückt oder? 😂🤣
Ja der Sprung von West nach Ost war überhaupt nicht schmerzhaft 🤣 wir haben nur ganz gespannt auf unser GPS gestarrt um es ja nicht zu verpassen. Unser Track sieht lustig aus den die Karte endet bei 180 °W und dann brachte uns das GPS auf die andere Seite und wir starteten bei 180 °O somit hatten wir gleich mal über 1000 Seemeilen mehr auf dem Display 😲😀, das ging wirklich fix 😜. Ansonsten geht es langsam aber stetig voran, wir genießen die Weite und die Einsamkeit hier auf dem großen Ozean und freuen uns über jeden Tag, wo nichts “passiert”. Unglaublich heute ist schon der 24.10. also sind wir schon fast einen Monat unterwegs 🙈 Wahnsinn! Ach fast hätte ich es vergessen, die letzten zwei Tage hatten wir mal wieder einen Passagier an Bord. Ein Vogel hat sich etwas ausgeruht und wir haben den Tramper mitgenommen 🤣 das war aber auch wirklich das aufregendste der letzten Tage 😜😜.
Unser Tramper
Wir haben uns für einen faulen Sonntag gewappnet 😂, doch bei so leichtem Wind sollten wir vielleicht unseren Parasailer hissen. Gesagt getan aber bei gefühlt null Wind, mussten wir selber steuern um mit 1,5 Knoten zu segeln oder zu driften 🙈. Ich übernahm die Pinne und der Wind hat sich um 180 ° gedreht 😲 das Segel war total verhedert und um den Mast gewickelt 😳🙄 und jetzt fing es auch noch zu regnen an, echt toll 😩. Früher hätte ich gedacht, dass ich etwas falsch gemacht habe, doch mittlerweile bin ich ja “fast” ein Segler 🙈 und weiß, dass es nicht meine Schuld war. Glücklicherweise haben wir es noch geschafft das Segel relativ trocken herunter zu bekommen und zu verpacken. Dann goss es wie aus Eimern und Neill versuchte uns zumindest in der richtigen Richtung zu halten, bevor der Wind ganz aufhörte. Davo hatte uns schon vorgewarnt, dass der Wind irgendwann wechseln würde und jetzt hatten wir diesen Punkt erreicht 🤣. Jetzt driften wir mal wieder hoffentlich in Richtung Neukaledonien 🙏. Montag Abend kam der Wind zurück und jetzt machen wir mal richtig Strecke gut 😀 und es wäre echt schön, wenn es ein paar Tage anhalten würde 🙏🙏 also Daumen drücken und das Beste hoffen.
Jetzt sind wir seit 30 Tagen unterwegs 😲😂 verrückt oder und zur Feier des Tages haben wir doch gleich einen Kuchen gebacken 👍. Der Wind kommt und geht doch wir sind nicht gefrustet oder sauer, nein wir freuen uns riesig wenn es mal wieder voran geht. Gerade haben wir die Ile des Pines, eine Insel die zu Neukaledonien gehört, passiert und jetzt sind es nur noch um die 800 Seemeilen 😀😂.
Für heute den 31.10. war kaum Wind vorhergesagt und deshalb dachten wir testen wir wieder den Motor, damit er auch sicher startet, wenn wir ihn brauchen 😀. Nach dreißig Minuten waren wir zwei Seemeilen näher an Brisbane 👍und wir hatten auch nichts besonderes für heute geplant. Doch nach dem es morgens strahlend blauer Himmel und das Meer flach wie ein See war, haben wir gewaschen, Wasser gemacht und die Matratzen gelüftet. Wenn wir in Australien ankommen, müssen wir ja noch für zwei Wochen in Quarantäne, was bedeutet, dass wir unsere Artemis für diese Zeit ganz alleine in einer Marina lassen müssen 😩😆. Und um schon etwas vorzubereiten, haben wir die Bettwäsche gewaschen und verräumt.
Als ich als Kind die Augsburger Puppenkiste abgeschaut habe, war dort die Geschichte vom Jim Knopf mit dem Lied: “eine Insel mit zwei Bergen…” Das Meer wurde aus Klarsichtfolie gemacht und war ganz flach und ruhig und ob ihr es glaubt oder nicht, gerade so war es heute, wie ein großer Teich 🙈. Und zum ersten Mal auf diesem Trip sind wir in die falsche Richtung gedriftet. Ich hab mal ein Bild von unserem Vorwärts, Rückwärts usw. gemacht.
Zum Abendessen haben wir noch Pizza gemacht, bei keinem Swell überhaupt kein Problem 😂😂. Kurz vor dem Dunkel werden kam ein sanfter Wind auf und wir haben das Hauptsegel im Abendrot gesetzt 😲😲 was für eine tolle Stimmung. Jetzt segeln wir mit 3,5 Knoten und es wäre schön wenn der Wind für ein paar Tage stabil bleiben würde 🙏🙏. Aber jetzt weiß ich auch warum der Pazifik so heißt sehr passiv🙈🙈.
Doch dieses mal ist der Wind echt für drei Tage geblieben 😲😂 konstant stark und so sind wir unserem Ziel wirklich näher gekommen. Jetzt bleiben nur noch 300 Seemeilen übrig 😜 ein Katzensprung 😂 bis zur Morton Bay, dann den Brisbane River hinauf zur Rivergate Marina (wobei alles in allem dann 385 Nm sind.🤭) und mit Wind nur so drei bis vier Tage 👍. Leider hat Davo für die nächsten Tage wenig bis zu keinem Wind auf dem Wetterbericht gesehen und jetzt warten wir einfach ab. Aber ich verspreche, dass ich es euch erzählen werde, wie lange der “Endspurt” noch gedauert hat 😂😜.
Soll ich euch wirklich beschreiben, wie die letzten Tage unserer Reise waren? 🤔😜 Ich glaube ich belasse es beim Überblick 😂- die Prognosen waren erst kein Wind und dann mehr als uns lieb war. Jetzt hatten wir die Reichweite der australischen Küstenwache am Funk erreicht und diese sagte für Freitag, den 11.11. und Samstag den 12.11. Sturmwarnung voraus 😱😳.
Normalerweise benützen wir unseren Motor nicht, um näher an unser Ziel zu gelangen, doch diesmal waren wir wirklich froh, dass wir Davos Ratschlag befolgt haben👍, möglichst nahe an die Morton Bay, heranzukommen. Denn der Wind nahm schlagartig von 12 Knoten bis 25 Knoten plus zu und kein Ende war in Sicht, mit dem Wind nahm dann leider auch die Wellen Höhe auf drei Meter zu😩. Wie glücklich waren wir, als die Fairway Boje (hier endet der Ozean und beginnt das Hafengebiet) erreicht hatten 👌👌. Hinter uns, vielleicht zwei Stunden weiter weg, sahen wir die Segel eines anderen Bootes, doch wir glauben nicht, dass dieses Boot diese Boje erreicht hat🙄🙄. Hoffentlich konnte dieses Boot weiter südlich in Southport anlanden. 🙏🙏
Nun begann die “spannende” Durchquerung der Morton Bay, denn Brisbane ist ein Industriehafen mit massivem Verkehr 🙃. Alleine wir begegneten in dieser Nacht über zehn !! Cargoschiffen mit einer Größe von schlappen ca. 200 Meter Länge und 30 Metern Breite 😳😳und mit denen, teilten wir uns eine Fahrrinne 🙈. Es war wirklich aufregend alle Daten zu checken, mit den anderen Booten über Funk Kontakt aufzunehmen und bevor wir die Flußmündung erreichten, haben wir ein Pause gemacht 😜. Da wir nirgends ankern durften, sind wir einfach mit ganz wenig Segeln hin und her gesegelt und so konnte dann auch Neill wenigstens zwei Stunden Schlaf bekommen 🤗.
Ausgeschlafen und frisch gestärkt 😆haben wir dann die letzten acht Seemeilen den Fluss entlang in Angriff genommen. Vorbei an den riesigen Container Terminal bis zu unserer Marina Rivergate, ich glaube ihr könnt euch vorstellen, wie erleichtert wir waren endlich am Pontoon festmachen zu können. Nach 45 Tagen und 3500 Seemeilen auf See stand unser Empfangskomitee, die Australische Boarder Force, bereits am Peer 😜😁, doch das ist wieder eine neue Geschichte 🤣😂.
Am Montag den 27.09.2021 um 8 Uhr haben wir Huahine verlassen. Ein tränenreicher Abschied von Elisabeth und Wim (SY Bengt), denn unsere Reise geht jetzt in verschiedene Richtungen, bei ihnen nach Chile und bei uns nach Australien. Daniel (SY Ellin) werden wir irgendwann in Australien oder Neuseeland wieder treffen, gesetz den Fall, dass er Französisch Polynesien jemals verlässt 🤣🤣. Wir setzten die Segel und segelten mit Hauptsegel und Genoa in Richtung Raiatea, als wir dort vorbei waren, wurden die beiden Vorsegel ausgepolt. Es sieht aus wie ein Schmetterling und ist genial zum Downwind segeln. Laut Wetterbericht soll die nächsten Wochen konstant Ostwind sein 😲🤣 lassen wir uns überraschen 🤗🤗.
Am ersten Tag kamen wir super voran mit 118 Seemeilen in die richtige Richtung 👍und am zweiten lief es genau so gut. Die einzige Insel, die im Weg ist, war Maupihaa und die zog uns magisch an. Doch mein Kapitän manövrierte uns perfekt drumherum und jetzt gibt es die nächsten 500 Meilen kein Hindernis mehr auf unserer Route, dem wir ausweichen müssen. Davo, unser dritter Mann, macht wieder das Wetter Routing für uns und so können wir uns beruhigt zurück legen und uns auf seine Informationen verlassen 👍. Schön zu wissen, dass er immer ein Auge auf uns und das Wetter hat 😘. Unsere Bananen, von denen wir gleich Stauden weiße eingekauft haben, fangen langsam an reif zu werden und so wie es aussieht, nicht alle auf einmal 👍👍(hoffentlich 🙈).
So verliefen unsere ersten Tage völlig ruhig und entspannt. Unsere Windvane Chiara segelte uns durch den Ozean ⛵. Neill passte die Kursänderungen den Wind Verhältnissen an und nach fünf Tagen, am 1.10., wechselten wir die Segel zurück zum Hauptsegel und Jib. Der Wind war konstant stark, doch in der Nacht musste ich Neill wecken, eine Squall mit Windstärken von 30 Knoten und mehr schüttelte uns durch und auch Chiara brauchte Hilfe😲😲. Da der Wind immer noch sehr kräftig war, entschieden wir uns, die Flagge an unserer Windvane zu wechseln. Ich machte mich ans Werk, während Neill steuerte. Als ich fertig war, kontrollierte ich alles und entdeckte mit Entsetzen😱😱, dass an Chiara eine Schraube abgebrochen war und eine Strebe, die mit dem Boot verbunden ist ins Wasser hängt. Lautstark schrie ich: “Scheiße” und Neill fragte mich was passiert sei. Ich versuchte es zu erklären und gemeinsam überlegten wir, was wir machen können. Provisorisch fixierten wir die Strebe mit einem Seil, doch eine vernünftige Lösung war das nicht und auf keinen Fall konnten wir Chiara mehr benutzen. Daraufhin mussten wir selber steuern und dass für die nächsten 2500 Seemeilen 😲😲 unmöglich. Neill hatte sich vor Reisebeginn intensiv mit der Routenplanung beschäftigt und wusste, dass wir in der Nähe von Pamerston Reef (nur 35 Seemeilen entfernt) waren.
Dann startete der Notruf! 😲 Ich übernahm das Ruder und Neill betätigte die SOS Taste an unserem Garmin und 10 Minuten später hatten wir schon Kontakt mit den Neuseeländischen Behörden.👍 Neill schilderte unsere Situation und fragte um Genehmigung um in Pamerston eine Boje zu benutzen und eine Reparatur vorzunehmen, denn dort hinter dem Riff wären wir vom zwei Meter hohen Swell geschützt. Nach zwei einhalb Stunden hatten wir die Genehmigung 🙏🙏, Gott sei Dank. Die Polizei Station meldete sich bei uns über Funk und meinte, dass wir dort bei den Bojen in 20 Meter Tiefe ankern können 🙈😲. Unmöglich denn wir haben nur 45 Meter Ankerkette 😳😵, daraufhin meinte Eduard, der Polizist, dass die Bojen seit geraumer Zeit nicht mehr gewartet wurden und wir auf eigene Gefahr festmachen können. Nach vier Versuchen bei 25 Knoten gegen den Wind waren wir endlich um 16.30 Uhr fest und fix und alle 😩. Eduard wollte wissen, was den kaputt wäre und wie wir es reparieren wollten. Neill erklärte es ihm und versprach ihn auf dem laufenden zu halten. Wir vereinbarten über Funk in Kontakt zu bleiben. Jetzt begutachten wir den Ausmaß des Schadens und überlegten uns, unsere Vorgehensweise.
Wir hatten einen Schlachtplan und am nächsten Morgen machten wir uns an die Arbeit🤔. In der Nacht war wohl ein Sturm über das Riff gezogen und Eduard wollte sich erkundigen ob es uns gut geht, doch wir konnten am Funkgerät nur Rauschen hören. Doch die Boje war fest und wir konnten uns ausgeschlafen ans Werk machen. Zum Glück stand noch ungefähr zwei Millimeter von der abgebrochenen Schraube raus, so dass wir die Strebe richtig positionieren konnten danach alles super fest mit Dyneema Leinen fixiert und so sollte es wieder funktionstüchtig sein 🙏🙏.
Reparatur von unserer Windvane
Da wir die letzten zwei mal beim Motor starten ein kleines Problem hatten 🙈😩, versuchten wir das auch noch gleich zu beheben. Neill fand ein loses Erdungskabel am Motor und vorsorglich legten wir noch eine zweite Leitung 👍. Nachdem wir, hoffentlich, alle Reparaturen erfolgreich durchgeführt hatten, gefüllte Wassertanks hatten und frisch geduscht waren verließen wir um 17.15 Uhr, also nach etwas mehr als 24 Stunden 👌👌 Pamerston. Wir bedankten uns bei allen, die es uns ermöglicht hatten hier unsere Reparatur durchzuführen, trotz Covid. 🙏🙏🙏
Mit fünf Knoten segelten wir dahin und ich kann euch sagen, dass ich so unglaublich froh war, dass wir unsere Windvane wieder benutzen konnten 👍👍. Ich hatte richtig Muskelkater vom steuern und das schon nach drei Stunden 🙈 und am Dienstag haben wir einen “Ruhetag” gemacht, nur gelesen, gespielt und gefaulenzt 😁 jetzt konnten wir ja wieder, da Chiara für uns steuerte. Doch wie es zu erwarten war, macht der Wind mal wieder Pause.
Palmerston Reef
Unsere Bananen sind jetzt doch alle zusammen reif 😵 also dann machen wir eben Chutney, Marmelade und natürlich Bananenbrot 👍. Nach vier Stunden schälen, schnippeln und kochen hatten wir ca. 1,5 kg Chutney (wir haben noch Wassermelonen und Äpfel dazugeben), 1 kg Marmelade und ein Bananenbrot. Jetzt kann nichts mehr verschimmeln und wir müssen nur alles aufessen bevor wir in Australien sind. Aber das ist wahrscheinlich das kleinste Problem 🤣🤣 denn seit zwei Tagen ist der Wind deutlich schwächer geworden und wir machen nur so ca. drei Knoten. Doch wir beklagen uns nicht, wir bewegen uns immer noch in die richtige Richtung und gestern haben wir auch irgend etwas im Wasser gesehen. Wir wissen nicht, ob es ein Wal, ein Hai oder ein Delphin war, wir haben nur etwas graues ca. fünf Meter langes an unserer Artemis vorbei schwimmen sehen 😉.
Nachdem wir die letzten drei Tage nur rumgedriftet sind hat in der Nacht um 2.30 Uhr der Wind etwas zugenommen und wir sind doch sage und schreibe 43 Seemeilen gesegelt bevor wir wieder Flaute hatten 😵😩. Schauen wir wie lange wir noch bis Australien brauchen 😳😳.
French Polynesia has 115 main islands and uncountable islets spread over an area the size of Europe. It has a population of a few hundred thousand people and five of them were difficult. All the rest were amazingly friendly and helpful to us.
When we needed a safe harbour at the start of covid, the mayor of Hiva-Oa and his crisis team around Marc, welcomed us to their island and gave us refuge.
On Hiva-Oa and the following twenty five Islands that we visited every one gave us fruit and vegetables. Mostly when we asked about the price they just laughed and said “You are sailors. It is free.” Even those who live from selling their produce always gave us as much or more than they sold us.
On Hiva-Oa a local man spent an entire day driving us around the island, showing us hidden treasures and explaining his culture to us. At the end of an amazing day, he would take nothing but our thanks.
On Makemo Atoll the ladies from the bakery lent us their tricycles to explore. During the annual dance festival, the mayor took the time in her speech to say how happy they were that we sailors were also present. At the furthest end of the atoll a hermit let us use his island to barbecue. He even joined us briefly until retreating to his lonesome home.
Coral atolls just for us
In Tahiti, when we were cold and wet, a hotel owner fed us, gave us warm drinks and organized help to escape the flooded valley. We would have paid but she insisted it was all free as the hotel was closed that day.
On Raivavae a local offered to bring us some bananas to the dock. When we met him he had two trees of bananas, a few other fruits and drove us to his fields to collect manuk (a root vegetable). Everything for free and when we gave him a banana cake as a thank you he said “Pour moi? Pourquoi?”
A welder stopped mending a garden gate to repair a broken bracket off our engine. When he was finished he laughed at the idea of us paying. “You are sailors. It is free.”
Volcanoes growing out of the Ocean
In Tubuai the captain of the Gendarmes spent three days introducing us to his island and the islanders by mountain bike. The restaurant owners treated us like family and the dentists wife showed us her mountain, nature and culture. She also organized an invitation to the official banquet with the president of Polynesia.
Back in Tahiti, we were both vaccinated against Covid before any one we knew in Germany even had an appointment.
In Rurutu we were given so much local produce that the farmer had to tie an extra sack on my back. And when it started raining we were invited in to a local party and given coconuts to drink while we waited for it to stop.
Everywhere the people did their best to understand our stumbling French and talked slowly with lots of hand signs to be sure we understood them.
We can never repay the kindness of the people of French Polynesia. We gave away a few t-shirts, invited people on board to visit or sail with us and rescued a broken down fishing boat but these were just one offs between the flood of help and joy that Polynesia presented us.
We will never forget our seventeen months with the people of French Polynesia.
The wind has stopped. Sometimes there is a gentle breeze but not enough to fill the sails or move the boat. We are drifting slowly north at the mercy of the ocean currents. It is five days since the last real wind and we have no idea when we will be able to sail again.
We still have well over two thousand miles to go to Australia and enough diesel to motor about two hundred. All we can do is wait for the wind.
Passing New Caledonia at sunset
Five days! In my previous lives that was a working week. Time to fly to Texas and back to repair a machine. Or set up a new project with time plan, budget and milestones. Or cycle to Poland. Or provide a village with Internet. Back then, five days were full of action, decisions and successes.
And now? Now we sleep, watch the waves, read, cook, consider how deep and blue the ocean is, sleep, make water, play and enjoy the moon waxing each night. We have time. We aren’t going anywhere so we can just enjoy being here.
Als wir am 29.4.2020 nach 54 Tagen auf dem Meer in Hiva Oa (Marquesas) gelandet sind, waren wir unglaublich froh und glücklich, den Anker zu werfen 👍. Als wir im März in Ecuador gestartet sind, war unser nächstes Ziel die Osterinseln, dann Pitcairn doch diese Inseln waren absolut gesperrt wegen Covid !? 😲😲Covid war eine Krankheit, irgendwo in China und kein Mensch konnte ahnen, wie lange und wie einschneidend diese Pandemie die Welt verändern wird.😲🤭
Ja wir hatten solches Glück, dass wir trotz Lockdown und geschlossenen Grenzen hier in Französisch Polynesien bleiben durften. Nachdem in Hiva Oa 40 Tage 😲😲 Quarantäne vorgeschrieben war, hatten wir Glück, dass unsere Zeit auf See angerechnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war kein einziger Fall von Corona auf den Marquesas. Wir durften gleich am nächsten Tag an Land👍. Am 1. Mai bekamen die Boote, die ihre Quarantäne gemacht hatten eine Flagge, damit die Insel Bevölkerung sehen konnte, dass diese Boote “clean” sind und keine Ansteckungsgefahr von uns ausgeht. Damit konnten wir uns dann frei in den Marquesas bewegen und nach und nach auch in den anderen Archipele segeln. ⛵⛵
Hiva Oa
Wir hatten ein Gebiet so groß wie Europa zur Verfügung und durften die Marquesas, die Tuamotus, die Gesellschaftsinseln und die Austral Inseln bereisen 😆😆. Wenn ihr jetzt fragt, wo es am schönsten war 🤔, kann ich mich überhaupt nicht entscheiden, denn alle Archipele haben ihren besonderen Reiz 🤣😂.
Hiva Oa
Ich hab mir die Südseeinseln auch nicht als Vulkanische Inseln vorgestellt 🤭, sondern eher so die Tuamotus mit Palmen, Korallen, weißen Stränden und fantastisch blau, türkisfarbenem Wasser. Eine artenreiche Unterwasser Welt und unglaublich vielen Haien 🦈🦈. Und weil wir schon bei den Tuamotus sind, hier haben wir selbst Kokosmilch hergestellt, sind in Pässen geschnorchelt und haben sehr viel Joga gemacht 🤣.
Tuamotus
In den Marquesas haben wir zum ersten Mal Chutney gemacht, da wir sooo viele Früchte geschenkt bekommen haben 👍😘. Außerdem sind wir sehr viel geradelt, was zum Teil wirklich sehr anspruchsvoll war (Steigungen mit ca. 30 %), und viel gewandert und Maraes sowie Tikis besichtigt. 😊
In den Gesellschaftsinseln sind wir in Moorea mit Walen 🐳 geschwommen, was ein unvergessliches Erlebnis war, in Tahiti haben wir die Insel mit dem Fahrrad überquert 🚲und mussten fast über Nacht in einem Hotel auf dem Berg bleiben, weil das Tal geflutet war 😲. Hier haben wir unsere Covid Impfungen bekommen, als daheim in Deutschland noch keiner in unserem Alter überhaupt daran gedacht hat. Auf Bora Bora waren wir Berg steigen⛰️ und haben Cocktails im Jachtclub getrunken. In Raiatea haben wir Taputapuatea, eine archäologische Anlage besichtigt, die zeigt wie die Besiedlung von hier aus bis nach Hawaii oder zu den Osterinseln erfolgte. Der “heilige Pass” war für uns auch etwas ganz besonderes. Außerdem mussten wir hier in Raiatea auch unsere Wanten reparieren lassen, die uns auf dem Weg nach Maupiti gebrochen waren 😲😩. Maupiti die Insel, wo die Zeit fast für uns stehen blieb😆😆 und last but not least Huahine, wo wir die blauäugigen heiligen Aale gesehen und ein fantastisches Museum besucht haben 👍.
Tahiti
Zu meinen Favoriten gehören glaube ich aber, die Austral Inseln, dieses Archipel ist so weit weg von allem, dass der Tourismus fast überhaupt keine Rolle spielt😀😀. In Raivavae haben wir gemeinsam mit 20 anderen Booten Sylvester verbracht, in Tubuai sind wir mit dem Chef der Gendarmerie drei Tage beim radeln gewesen, waren zum Empfang und anschließenden Essen mit dem Präsidenten Fritch eingelanden 😉😉. In Rurutu haben wir auf dem Rücken von Pferden Berggipfel erklommen, haben Stalaktiten Höhlen bewundert und Radtouren wie in den Dolomiten gemacht👍. Das einzige Archipel was wir nicht geschafft haben sind die Gambies 😩🤣aber wer weiß 😉😉.
Die Austral Inseln
Doch egal auf welcher Insel in egal welchem Archipel überall haben wir unwahrscheinlich freundliche, zufriedene, glückliche, selbstlose Menschen und neue Freunde gefunden. VIELEN DANK französisch Polynesien 😘😘 Danke, dass wir uns hier so sehr willkommen und zu Hause fühlen durften. Wir hatten das Privileg, diese Inseln fast alleine für uns entdecken zu können und sie mit so wenigen anderen Menschen teilen zu müssen 😘.
Nach 17 Monaten dürfen wir unsere Reise fortsetzen, doch wird dieses Land einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen bewahren ❤️. Jetzt können wir verstehen, dass Weltumsegler am Ende ihrer Reise hier in Französisch Polynesien bleiben, denn hier ist es nicht nur unbeschreiblich schön sondern auch die Menschen sind wahnsinnig freundlich, offen und hilfsbereit 😀. Es spielt keine Rolle, welches Geschlecht du hast, welchen Glauben oder ob du Geld hast oder nicht. Ein “Io rana” (Hallo in Polynesisch) bekommt man von jedem und überall 🤣🤣.
Wir verabschieden uns ebenfalls von vielen unserer Segelfreunde, die entweder noch hier bleiben oder in eine andere Richtung segeln. Doch wir treffen uns wieder, die Welt ist rund 🤣🤣.
Doch wir freuen uns schon auf Australien, ein neuer Kontinent, neue Abenteuer, neue Menschen und ganz sicher neue Freunde 😀👍.
Just over a week ago we were anchored inside the Pacific atoll of Tikehau. We were working our way very slowly East to the Gambier, some one thousand miles up wind. We were “trapped” in paradise with time on our hands, “busy going nowhere”.
And then Heidi checked the emails and there were two Australian visas there. Australian visas are currently a bit more common than rocking horse manure so we were “a little surprised”. We were even more surprised to see that they were multiple entry for a total of two years.
No problem. Change the plan. Stop sailing East. Start sailing West while getting things organised.
Sail the 200 miles to the nearest Gendarme post to clear out.
Inform the Polynesian marine department (DPAM) we were leaving.
Write to the insurance to change sailing area and covered value.
Get our spare parts on the way from the UK to Tahiti to us.
Change the Garmin tracker to an unlimited package.
Seal the leaky windows, jammer and water tank.
Tell the Australian Border Force we are coming.
Send the form the DPAM asked for.
fix the first reef which broke on the way to Huahine.
Buy gas & food to last until November.
Fill out and send the Queensland arrival form.
Telephone with DPAM and send the form again with the arrival place deleted.
Book a marina berth in Brisbane.
Strip and service the winches.
Email with DPAM and send the form again with a different date.
Pick up our spare parts at the airport.
Report to the Gendarmes and clear out of the country and find them using the first DPAM form. Also discover that DPAM had forbidden us to leave on Sunday.
Download and upgrade all the charts and then plan a route.
Celebrate my 58th birthday!
(and if, after reading all that, you think the idiots officials at DPAM annoyed me a little – you are correct)
Maybe I am paranoid. BUT the day after we were forbidden to leave over the weekend, a French warship turned up in the bay. We wait until Monday 🙂
But here we are a week later and plan on leaving for the 3500 miles to Brisbane on Monday. Don’t let anyone ever tell you that sailing is predictable.
Ich hätte niemals gedacht, dass man Zeit und Raum vergessen, sich treiben und von Tag zu Tag leben kann. Wir waren jetzt fast vier Wochen hier und in diesem wunderschönen Atoll von Tikehau ist genau das möglich 🤗.
Wir haben uns über die weiteren Pläne Gedanken gemacht, viel an unserem Boot auf Fordermann gebracht und die Einsamkeit hier in dieser unberührten Natur genossen. Unsere “sozialen Kontakte” beschränkten sich auf zwei Boote, mit denen wir Kaffee getrunken haben und drei Touristen, die mit ihren Kanus zu unserer Artemis gepadelt sind 🤭😄.
Tikehau
Unsere Aussichten, mit einem Agenten nach Australien zu kommen, haben wir realistisch gesehen, begraben. Doch wir hofften, dass wir zumindest unser Geld wieder zurück bekommen würden, denn unser Agent hatte seinen Teil des Vertrages nicht erfüllt, denn er sollte uns über den Verlauf und den Progress seiner Bemühungen informieren und auf dem laufenden halten. Neill schrieb eine Mail und forderte ihn umgehend auf, uns über den bisherigen Verlauf zu informieren ansonsten werden wir rechtlich Schritte einleiten. Ihr werdet es nicht glauben aber zwei Tage später antwortete unser Greg, er entschuldigte sich und erklärte uns, dass er in der nächsten Woche mit einem Bescheid rechnen würde. 🙄🙄 Dann warten wir eben noch mal und ob ihr es glaubt oder nicht nach einer Woche hat er uns unsere Visas geschickt 😲🤗🤗🤗.
Ich konnte es nicht glauben und ehrlich gesagt ist es immer noch nicht in meinem Hirn angekommen, doch wie es aussieht können wir unsere Reise fortsetzen. GO WEST! 😀🤣
Jetzt brauchen wir nur noch die Genehmigung vom Grenzschutz und dann liegt die nächste Mamut Etappe vor uns. Ca. 3500 Seemeilen und vorbei an Fidschi, Tonga, Samoa und den vielen kleinen Inseln, denn wir dürfen zwischendurch nirgendwo anlanden.
Jetzt beginnt die Zeit der Vorbereitungen:
Versicherung benachrichtigen
Seekarten herunterladen
Proviant vorbereiten
ausklarieren
usw. usw.
Doch zuerst einmal geht es zurück nach Huahine 😄🤭. Die Ausfahrt aus dem Pass war diesmal alles andere als langweilig 🙄. Wir benötigten doch wirklich vier!! Versuche, da die Gegenströmung einfach zu stark war. Ihr könnt das auf dem Bild sehen und ich versichere euch, dass wir nichts getrunken hatten 🤭🤣.
Nachdem unser Windfänger, den uns Gertrud und Jon nach Curacao gebracht haben, nun leider ganz seinen Dienst aufgegeben hat, mussten wir einen neuen designen. Denn ersten haben wir aus dem Plakat meiner Turnerkidsgemacht und jetzt kommt Nr. 3 in KNALL ORANGE 😲😂.
Hier in den Tuamotus sind die Passat Winde ziemlich stabil bei ca. 15 bis 20 Knoten blasen, hatten wir schon immer davon gesprochen, dass wir mindestens ein Reef anbringen sollten. Klar habe ich beim nähen oben ein Reef angenäht, doch als wir es ausprobiert haben stellten wir fest, dass die gesamte Fläche immer noch zu groß ist. 🤔🤔 Wir saßen im Cockpit und ich schaute zum Hauptsegel da kam es wie ein Erleuchtung über mich. Wir machen es genau so wie da, der Reff kommt an den Boden 👌.
Ausgemessen, Riegel genäht und ausprobiert und es funktioniert 👍😀. Jetzt können wir auch bei viel Wind unseren Windfänger fliegen lassen.