Ob ihr es glaubt oder nicht, wir sind heute interviewt worden. Ich erzähl euch jetzt auch, wie es dazu kam. In Lakes Entrance haben wir Andrew kennengelernt, er hat dort ein Boot und das ist englisch beflaggt, deshalb kamen wir auch ins Gespräch mit ihm. Wir haben im eine Karte gegeben und er hat uns daraufhin eine Mail geschrieben; er wohnt in Bega und wir sind momentan in Bermagui also nur 60 km von einander entfernt. Was für einen Australier unmittelbare Nachbarschaft bedeutet, so haben wir uns auf unserer Artemis zum Kaffee getroffen. Er hatte uns bereits erzählt, dass er beim lokalen Radiosender – Community Station based in Bega … Edge FM on 93.7 – als Volonteer arbeitet und dass er uns dort begrüssen würde. Wir haben natürlich seine Show angehört und es war ein witziges Gefühl, als er von den Seglern erzählte, die um die Welt reisen und uns bewusst wurde, dass er von uns sprach.
Als Andrew bei uns zum Kaffee trinken war, fragte er uns, ob wir etwas dagegen hätten, wenn er uns interviewen würde. Natürlich nicht und so haben wir erst zwei Stunden ausgiebig geplaudert und dann ein 40 Minütiges Interview gegeben und, was für mich schon etwas besonderes ist, alles in Englisch.
Es war irgendwie ein kleiner Rückblick unserer letzten fünf Jahre, über unsere Stationen, Länder, neue Freunde, Erlebnisse einfach alles, was so in den letzten fünf Jahren passiert ist. Und es ist einfach wahnsinnig, was alles passiert ist.
Da wir hier in Bermagui in der Marina sind, war es so super einfach, unsere Fahrräder zusammen zubauen und los zu radeln. Ich hab mich wieder mal als Routenplaner versucht und eine wirklich abwechslungsreiche Tour hinbekommen.
Wir starteten auf der alten Hauptstraße und fuhren am Meer entlang , wo wir in der Ferne Wale sahen und an der Küste ein paar tollkühne Surfer. Wir radelten bis zum Camel Rock und schauten noch am Horse Had Rock vorbei, dann führte uns die Route durch den Bermagui Staats Forst, wo wir am Ende noch den Bikepark mitnahmen. Wir waren wieder mal ganz alleine unterwegs und der Park hatte es in sich, bergauf, bergab und rund um die Bäume. Plötzlich sah ich eine Schlange, schwarz riesig und giftig; ich war so erschrocken, dass ich wie am Spieß schrie. Die arme Schlange hat sich wahrscheinlich zu Tode erschreckt, fast wie ich und als wir später noch zwei große Kängurus aufgeschreckt haben war ich dann ziemlich cool.
Den Abschluss unserer Tour führte uns wieder zurück zum Meer, wo es hier einen “blauen Pool” gibt, ein Pool, der mit Salzwasser gefühlt ist und direkt von Meer gespeist wird. Leider war es viel zu kalt, dass wir baden gegangen wären, wir haben lieber den Seehunden zugeschaut, die sich in der Brandung rumtrieben.
Nach 35 km und 650 Höhenmetern, hier der Link dazu, waren wir dann zurück und haben uns mit einem riesigen Hamburger und Pommes belohnt.
Artemis is attached to a pontoon at Bermagui so it was easy to get the bikes on land and assembled. Only two hours after getting out of bed, we were off exploring the area around Bermagui.
We cycled about 35 km and climbed about 650 meters. Just another average bike ride. But it wasn’t.
We rode along the rocky Pacific coast and watched the whales offshore as they migrated north to give birth in warmer waters. We saw seals playing among the rocks and waves. We cycled past archaeological remains of a 40 000 year old culture. At the beach there were surfers out among the waves and a surfer explained the importance of waiting for a “set” to surf.
We cycled through a eucalyptus forest and surprised kangaroos, wallabies and a black snake sunning next to the track. The snake surprised Heidi but it was Heidi’s scream that frightened Neill.
Not our snake but a relative (photo by Donald Hobern)
We enjoyed 6.5 km of single trails in the Bermagui Mountainbike Park.
We visited a full size salt water swimming pool which is kept topped up by the waves off the Pacific and finished with the biggest hamburger and largest portion of chips that we could buy.
We thought we would cut a tiny bit into a spaghetti bolognese.
I cut a bit up and then thought “I wonder what these taste like?” so nibbled a bit. My lips immediately started to burn off. Unfortunately the smell caused me to sneeze at which point my left nostril began to melt. I also started crying so I wiped my eyes – with the fingers I had held the chile in. My eyes were seared.
The spaghetti bolognese may have tasted great. I could neither taste nor smell anything. Thank you for an interesting experience.
Als wir am 1.6. in Horseshoe Bay vor Bermagui geankert haben, haben wir Gas gerochen; Die Gasanlage auf dem Boot ist immer ein heikles Thema: Flüssiggas ist hochentzündlich und in Verbindung mit Sauerstoff sogar explosiv. Also etwas das sofort repariert werden muss und nicht auf die lange Bank geschoben werden kann!! Neill befragte Google nach jemandem, der es reparieren kann, doch hier in Bermagui gibt es keinen, der nächste Monteur muss von Eden oder Wollongon kommen.
Wir schauten uns in der Marina um und Neill entdeckte im Fish und Chips Shop einen jungen Mann, mit einem Sweatshirt mit dem Aufdruck “Adam Prentice Gasfitting” aber wir wussten nicht, ob das nur ein Sponsor eines Club war oder ähnliches. Doch als wir dann den VW Bus dieser Firma sahen, meinte Neill, ich frag einfach den Mann. Gesagt getan und der junge Mann war tatsächlich ein Gasinstallateur und er wollte sogar am nachmittag noch vorbeikommen – wohlgemerkt FREITAG NACHMITTAG!! Adam kam wie versprochen und schaute sich die Sachlage an. Da unsere Artemis in der UK gebaut wurde, passten natürlich die Standard Fitting nicht und er musste etwas basteln, um eine Drucktest durchzuführen, den er dann am Samstag morgen vornehmen wollte.
Der Druckabfall verriet, dass wir irgendwo ein Gasleck hatten, doch wo wussten wir nicht, also gingen wir systematisch vor. Wir schraubten den Herd von der Leitung und fanden schnell heraus, das hier die Ursache des Übels lag. Adam eigentlich ja Gasmonteur und nicht auf Gasöfen spezialisiert fand ganz schnell ein lockeres Ventil und bei der anschließenden Druckprüfung war alles dicht !!!
Was sind wir doch für Glückspilze oder? Die Chance in einem Fish und Chips Shop einen Installateur zu finden und der dann noch gleich vorbeikommt und es repariert. Wahnsinn. Als wir Adam fragten ob er öfter seine Mittagspause dort verbringt, meinte er nein, das war das erste mal, denn für gewöhnlich macht er keine Mittagspause.
Also Karma – Glück oder einfach göttliche Fügung. So oder so wir sind heilfroh und überglücklich, dass wir Adam gefunden haben und er alles repariert hat. Vielen Dank.
Karma … is a concept of action, work or deed, and its effect or consequences.
Wikipedia
Luckily we met Ivan and Anne in Tasmania. And, luckily, they introduced us to John and De. And luckily John told us that we should sail up the coast from Eden and contact their friend Gordon for a berth in the marina at Bermagui.
We sailed all day but arrived off Bermagui just before the sun set. Rather than attempt the entrance in to the port, we decided to anchor in the beautiful Horseshoe Bay for the night. After we cooked the evening meal we could both smell gas which is more or less the last thing that you want to smell on a boat. Immediately you start to see pictures like this with yourself in the starring role.
We closed the gas tap and checked Google for the nearest gas fitter. There was no one listed in town so we decided to ask in the harbour the next day.
The following day we tied up at Gordon’s marina and walked around the harbour. Sat at the chip shop was a man with “Adam Prentice – plumber and gas fitter” written on his jacket. I noticed but thought he may be on holiday here or in a sports team sponsored by the firm. A little further on I saw a van with the same name on the side as on the guys jacket. I returned to the chip shop and asked “Are you a gas fitter?” He confirmed that he was indeed and lived locally. I explained the problem and he promised to visit us that afternoon.
Adam came over and looked at the problem. Because this is Australia, the boat is British and everything gassy is incompatible, he had to go home and build a pressure test adapter. The next morning he was back and confirmed a leak in the gas oven. He took the front plate off and found a loose screw that he tightened and the tester held its pressure. A cup of coffee later the pressure was still holding. We were saved!
Adam doesn’t advertise as he has more than enough work without doing so. And he told us that it was a once off that he stopped at the chip shop for some lunch. Some days you just have to have good Karma.
Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen. Ich denk es interessiert euch sicher, wie es überhaupt für uns möglich war, eine Woche auf einer Farm in Viktoria zu verbringen. Also wir verdanken dieses unglaubliche Erlebnis einzig und allein Catherine, unserer Freundin aus den Blue Mountains. Ihr Bruder James hat die Farm, auf der Max, Neills Sohn, auch schon für mehr als ein Jahr bei seinem Aufenthalt in Australien war. Die gesamte Familie ist so unglaublich hilfsbereit, nett, freundlich, liebenswert, gastfreundlich ….. ich hör jetzt auf, ansonsten komm ich nicht weiter mit erzählen.
Catherine hat uns in Lakes Entrance abgeholt, was für sie nur schlappe 300 km Umweg auf ihrem Weg zur Farm war und uns am Ende unserer Farmwoche auch wieder zurück gebracht. Wir sahen so viel Inland – etwas ganz neues, kein Meer – Wälder, Farmen, Kühe, Schafe und alles unglaublich weitläufig.
Am Eingang zur Farm
Als wir gegen 19 Uhr ankamen, hatte James bereits für uns gekocht, einfach köstlich, es gab Rindfleisch, dass auf der Zunge zerging. Ich konnte es kaum fassen, als Neill dreimal vom Fleisch nachgeschöpft hat, dies glaube ich war das größte Kompliment an James Kochkünste. Doch wir wurden auch mit frischgebackenem Brot, Kürbissuppe, Ente, Lamm und anderen Leckereien verwöhnt.
Die Farm ist für meine Verhältnisse riesig, ich glaube so um die 500 Stück “Poll Hereford” Vieh, vom Neugeborenen Kalb bis zum Zuchtbullen, und die sind riesig, und alles dazwischen ist vorhanden – unglaublich. Es ist so schön, die Mutterkühe und die Kälber zusammen zu sehen, echt idyllisch und im nächsten Feld bzw. hier Paddock genannt sind dann Jungvieh oder Bullen.
Ein “kleiner” Bulle
Aber da wir ja auch zum arbeiten gekommen waren, wurde eine “To du Liste” erstellt; wir durften ca. 250 Bäume pflanzen, Holz sammeln, zusammensägen und stapeln, Steine sammeln, Neill hat fast fünf Stunden mit dem Traktor ein Feld gewalzt, ich hab mit einem Aufsitzmäher den Hof gemäht und gerecht und Neill hat auch ein bisschen Elektriker spielen dürfen.
Wir haben alle zusammen das Jungvieh in ein ca. 5 km entferntes Feld umgetrieben, die Herden mit Heu gefüttert (dabei werden jeweils zwei Rundballen auf einen Pickup geladen und dann werden die einzelnen Paddocks angefahren, die Ballen abgekippt und abgerollt), Kälber mit Ohrmarken versorgt, Fersen markiert, Schafe getrieben und Hunde versorgt.
Wir waren auf drei verschiedenen Geburtstagsfeiern eingeladen, beim 80. Geburtstag von Jon konnten wir dem Jubilar mit unseren Geschichten wirklich ein Lachen aufs Gesicht zaubern und eine riesige Freude bereiten. Beim 87. Geburtstag von Onkel Ray waren wir erstaunt, dass man in dem hohen Alter noch so fit sein kann und bei der Party für die 18. jährige und den 21. jährigen Großcousin war das gesamte Dorf versammelt.
Wir haben mit Catherine einen Ausflug zum Mount Gambier nach Südaustralien gemacht, dort das Sinkhole besucht und den Blue Lake erkundet. Wir sind mit James, Frank und Catherine über Nacht in eine Hütte am Fluss zum Fischen gegangen dabei waren wir wirklich mega erfolgreich, ich glaub wir haben so um die 40 Fische gefangen und fast die Hälfte wieder zurück in den Fluss geworfen, weil sie zu klein waren. Es war ein so lustiger Abend mit viel Gesprächen, Lachen, Essen und nur die Schlaferei ist ein bisschen zu kurz gekommen :-), aber das holen wir einfach später nach.
Wir haben am Ende unserer Woche wirklich fast die ganze Liste abgearbeitet, doch wir hatten auch ausreichend Zeit zum ratschen und austauschen. Wir hatten so unglaublich viel Spaß und wir hoffen, dass James mit unserer Arbeitsleistung zufrieden war. Es war so eine unglaubliche Erfahrung und ein einfach wunderschönes Erlebnis und wir können den Humphries gar nicht genügend danken für ihre Gastfreundschaft und alles drumherum.
Wer noch mehr Bilder sehen möchte, hier der Link dazu.
Long ago Max was in Australia on a “Work & Travel” visa and “Red’s farm was his home base and the place he learned to be a farmer. Catherine‘s brother “James” is also a farmer in Victoria. James and Red are the same person – one is his given name, one his nickname – and he agreed to let us spend some time down on the farm.
Catherine was travelling the 1150 km from the Blue Mountains to the farm and agreed to divert “a little” to pick us up at Lakes Entrance. It was “only a 300 km diversion” – nothing to an Australian. We found three helpful locals – thank you James, Harry & Jeremy – to look after the boat while we were away so waved Artemis goodbye and drove the entire day to Tahara.
We arrived after dark and found a warm, log stove heated kitchen waiting for us and a hot, tasty dinner. The log fire burned continuously for a week and the great food never stopped – almost all from farm produce. We should have put on weight but luckily a farm has even more to do than on a boat so we could burn off the calories as we ate them.
Herding the cattle along the road to a distant pasture
On the first evening Catherine wrote a list of jobs that needed doing and we set to the following morning to be useful. The interesting thing about the list was that it got longer as time went on. Each evening for the first few days we ticked items off and then added more at the bottom. Luckily we all decided that we should stay a day extra and thus left with almost the entire list ticked.
I am not sure if the spare bed was one of the best I have ever slept in but every night we lay down and immediately slept until dawn.
Maybe it was the variety of tasks we were allowed to participate in:
pick up the second utility truck from the workshop in the local town (70 km round trip)
collect dead wood and old fence posts from the fields and bring them back to the farm
cut and stack the wood for the fire
tidy up old wire and fencing and bring it back to the farm
feed the cattle and dogs
plant 239 trees (one was taken back to the Blue Mountains)
pick stones off the fields and throw them in the ford
mow the grass in the farmyard
jump start tractors, move them around and connect various implements
roll an entire field flat after it was sown
replace a gate and a light and rehang a door
herd cattle and sheep
collect the fish nets from the reservoirs
tag the calves and mark the heifers
Or maybe it was the social program:
Visit the Blue Lake and Umpherston Sinkhole in South Australia (a 200 km round trip)
friend John’s eightieth birthday party
dinner at the neighbours
Uncle Ray’s eighty-seventh birthday party
a nieces eighteenth and a nephews twenty-first birthday party
an overnight fishing trip to a shack on the Glenelg River (another 200 km round trip)
Were we really only there for seven days? It was an amazing experience to be able to visit and work on an Australian farm – normally an experience reserved for twenty something work & travel people. It was thoroughly enjoyable as James was such an amazing host and always willing to answer our stream of questions. Thank you James! Thank you Catherine!
Tasmania is an island below Australia. The bottom of the island is half way to the North Pole and nothing else projects that far south except the bottom tip of South America. The winds down there are called the Roaring Forties and are strong and unpredictable. The weather forecasts are a bit of science and a bit of a guess.
Orange is 25-30 knots. We were in the orange bit.
In principle, when you wish to leave Tasmania with a sailing boat, you wait for a bad storm to pass and then sail north during the following calm “weather window”. But this principle only seems to work in summer. We were sat off Maria Island waiting for a window in May which is winter on this side of the world.
After lots of planning and just as much studying of the forecast, we set off against a light northerly wind to see “how far we could get”. Surprisingly the wind – which the weather forecast didn’t show – allowed us to sail out in to the Tasman Sea before leaving us becalmed. During the night the strong southerly winds came roaring up from the Antarctic and pushed us quickly straight up the coast of Tasmania. We kept reducing sail and were finally making six knots with almost no canvas out. It was pitch black, foggy and wet so we called the coastguard to ask if they knew of any other vessels at sea we should avoid. They answered that we could stop worrying; we were alone out there.
Avoiding granite reefs to lee
As the wind dropped the current across the Banks Strait increased and sucked us along at an extra four knots. By the time the current abated we were left with a few miles of absolute calm to motor to Badger Island where we anchored behind the island and fell asleep. The next day the promised west wind came in and we hid off the beach sheltered from the storm driven waves and enjoying the view of hundreds of miles of empty islands, reefs and mountains.
On day four and five the wind turned south so we sailed the seven miles to Trousers Point on Flinders Island and hid as well as we could. The howling wind derailed our mountain climbing plans but we managed a walk around the promontory and enjoyed the stunning scenery.
At anchor off Trousers Point
On day six the wind abated before turning west so we tacked up to Wybalenna Bay past the granite reefs for a nights sleep before we set off the following morning directly in to the twenty five knots of wind and the three meter waves. For five hours the journey was exciting and wet. We were alternately jumping the waves or powering straight through them. One huge wave caught Heidi sat at the tiller and she completely disappeared under the wall of water to appear seconds later still steering and still smiling.
Eventually we turned downwind and “Ciara” the wind vane could take over steering and we could sleep turn and turn about for the next twenty four hours as we passed through an oil field and onward to the Mainland.
We were heading for Lakes Entrance which has a tiny entrance from the ocean which you have to enter by exactly lining up two blue markers on the coast. The coastguard told us that in less then two meters of swell, less than twenty knots of wind and a rising tide it was all “do-able”. We were well within their parameters but still surfed huge waves that appeared from nowhere. Try steering directly towards two markers while surfing down the front of a wave.
Once through the entrance we eventually reached a jetty and made our lines fast to the pontoon. No wind, no swell and salmon for dinner from Jeremy who was fishing next to us. Welcome to Victoria!
Zur ansteigenden Tide verließen wir Dunally und da wir wussten, dass wir durch die seichten Passagen eh den Motor brauchen würden, war es nicht so schlimm, dass es keinen Wind gab. Wir ankerten vor Maria Island, machten Pläne für unseren weiteren Weg entlang Tasmanien und die Bass Strait, wo welche Ankerplätze bei welchen Windverhältnissen anzusteuern sind und studierten zum zwanzigsten mal die Windvorhersagen. Nachdem wir ein ausgiebiges Telefonat mit Ivan und Ann geführt hatten, die sich vor zwei Wochen auf den Weg zum Festland gemacht hatten und für fast zwei Wochen in der ” Furneaux Group” unterwegs waren entschlossen wir uns ganz spontan aufzubrechen. Wir hatten nur ca. fünf Knoten Wind und meinten, schauen wir einfach wie weit wir kommen, bis der Wind aufhört. Zu unserem Erstaunen blies der Wind mal mehr und mal weniger und wir mussten keinen Stop einlegen; als uns der Südwind erreichte, waren wir schon ein ganzes Stück entlang der Küste gekommen und nun konnten wir bei 25 Knoten volle Fahrt machen. Wir erreichten das Tidel gate (Gezeitentor) genau zur richtigen Zeit und so wurden wir mit vier Knoten zusätzlich in die richtige Richtung befördert. Als der Wind aufhörte drifteten wir noch eine Stunde mit zwei Knoten und dann für die letzten paar Meilen starteten wir den Motor und erreichten unseren Ankerplatz vor Badger Island. Richtig schön, nur leider zuviel Brandung um mit unserem Dinghy an Land zu gehen; so genossen wir vom Cockpit aus den Blick und am nächsten Tag mussten wir uns eh versetzten, da der Wind drehen wird.
Am nächsten Vormittag gings weiter nach Flinders Island zu unserem Ankerplatz mit dem lustigen Namen “Trousers Point”. Der Swell war leider etwas mehr als erwartet, doch wir konnten unser Dinghy ins Wasser lassen und einen Spaziergang machen. Laut Wetterbericht sollte der Wind drehen und für den nächsten Tag fast ganz weg sein und als wir den Pass zum Mount Strzelecki entdeckten, mit 756 Metern der höchsten Berg von Flinders, planten wir schon genau die Tour, wenn wir morgens an Land sein müssten, um vor Dunkelheit (17.15 Uhr) wieder daheim zu sein. Am Abend bereiteten wir alles vor Rucksäcke, Stöcke, Schuhe usw. und gingen früh ins Bett, doch gegen fünf Uhr morgens tobte ein Sturm durch die Bucht. Wir beide wurden durch den Wind wach und waren uns einig, dass wir unsere Artemis bei diesen Bedingungen auf gar keinen Fall für einen ganzen Tag allein lassen würden. Am Nachmittag ließ der Wind nach und wir machten noch eine wunderschöne Wanderung entlang der Küste.
Trousers Point
Am nächsten Morgen gings weiter nach “Wyballena”, hier ist eine Kapelle zum Gedenken an die Aborigines, die 1834 nach Flinders Island Zwangsdeportiert wurden. Es ist eine historische Gedenkstätte und wir hätten sie so gerne besucht, doch der starke Wind ließ uns leider nicht an Land und am nächsten Tag mussten wir uns sowieso auf den Weg machen, um das Windfenster bis zum “Festland” Australien zu nutzten. Der Wind war um die 20 Knoten und direkt von vorn, wir mussten mal wieder um die Insel kreuzen, bis wir die Wellen endlich von hinten hatten. Das war ein aufregender Ritt, Wellen von ca. drei Metern und starker Wind; wir waren mal wieder mehr ein U- anstatt ein Segel – Boot, doch nach ca. sechs Stunden konnte unsere “Chiara” unsere Windsteuerung wieder ihren Job übernehmen und wir konnten uns ganz entspannt zurücklegen und ausruhen.
Hier der Linkzu einem kleines Video um ein bisschen ein Gefühl von den Umständen zu bekommen.
Unser Ziel war Lakes Entrance an der Südküste Australiens und der Eingang hier ist etwas knifflig; nach Angaben der Küstenwache sollten wir nicht bei ausgehender Strömung, nicht mehr als zwei Meter Wellen oder 20 Knoten Wind oder bei Nacht durch den Eingang kommen. Wir hatten Tageslicht, ca. einen Meter Wellen und ca. fünf Knoten Wind doch wir surften den Pass und waren heilfroh, als wir durch waren. Wir ankerten in der angegebenen Zone und genossen unseren Ankerkaffee, als es am Boot klopfte, zwei Arbeiter meinten: “Hey Maid, hier kannst du nicht ankern, aber dort drüben sind öffentliche Pontoons und da könnt ihr festmachen”. Also dann Anker heben und versetzten, am Pontoon stand ein Angler und wir hatten noch nicht festgemacht, da fragte er Neill schon ob wir frischen Fisch von ihm haben wollten. Super das war ja mega! wir bedankten uns und kurz darauf machte ich mich dran, den Lachs zu filetieren und zu braten. So war unser Empfang in Lakes Entrance.